Ergonomischen Arbeitsplatz einrichten

Ergonomischen Arbeitsplatz einrichten

Weniger Rückenschmerzen, weniger Krankheitstage, mehr Produktivität - so gelingt die Umsetzung

Rückenbeschwerden sind der häufigste Grund für Krankschreibungen in Deutschland. 2023 verursachten Muskel-Skelett-Erkrankungen laut AOK Fehlzeiten-Report durchschnittlich 21,5 Fehltage pro Fall - mehr als jede andere Diagnosegruppe. Ein Großteil davon entsteht nicht durch körperliche Arbeit, sondern durch stundenlanges Sitzen in immer gleicher Haltung. Die gute Nachricht: Mit ergonomisch eingerichteten Arbeitsplätzen lassen sich diese Ausfälle deutlich reduzieren. Studien zeigen Rückgänge von 20-30% bei Rückenbeschwerden. Bei durchschnittlichen Krankheitskosten von 300-400 EUR pro Tag amortisiert sich die Investition oft innerhalb von 12-24 Monaten. Doch was genau macht einen Arbeitsplatz ergonomisch? Welche DIN-Normen gelten? Und wie überzeugt man Geschäftsführung oder Betriebsrat? Dieser Leitfaden beantwortet die wichtigsten Fragen.

Das Problem

Warum klassische Bürostühle nicht reichen

Ein teurer Bürostuhl allein macht noch keinen ergonomischen Arbeitsplatz. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Stuhl, Tisch, Monitor und Arbeitsgewohnheiten. Wer 8 Stunden in derselben Haltung sitzt, belastet Bandscheiben und Muskulatur - egal wie gut der Stuhl ist.
Moderne Ergonomie setzt auf Bewegung: höhenverstellbare Tische zum Wechsel zwischen Sitzen und Stehen, dynamische Stühle die Mikrobewegungen ermöglichen, und Arbeitsabläufe die regelmäßige Positionswechsel fördern.
In unserer Beratung analysieren wir Ihre aktuelle Situation und entwickeln Lösungen, die zu Ihren Arbeitsabläufen passen. Nicht jeder braucht einen Aktivstuhl - aber fast jeder profitiert von durchdachter Ergonomie.
Ergonomischer Arbeitsplatz mit höhenverstellbarem Schreibtisch und Bürostuhl

Ergonomie-Checkliste: So richten Sie den Arbeitsplatz richtig ein

Stuhl einstellen

Sitzhöhe so, dass Oberschenkel waagerecht sind. Rückenlehne stützt die Lendenwirbelsäule. Armlehnen auf Höhe der Tischplatte. Füße stehen flach auf dem Boden.

Tischhöhe prüfen

Bei entspannten Schultern liegen die Unterarme waagerecht auf der Tischplatte. Optimal: höhenverstellbarer Tisch für den Wechsel zwischen Sitzen und Stehen.

Monitor positionieren

Obere Bildschirmkante auf Augenhöhe oder leicht darunter. Abstand: eine Armlänge (60-80 cm). Blickrichtung leicht nach unten geneigt (15-20 Grad).

Tastatur und Maus

Tastatur in Schulterhöhe, Handgelenke gerade. Maus nah an der Tastatur. Negative Neigung der Tastatur entlastet die Handgelenke.

Beleuchtung optimieren

Mindestens 500 Lux am Arbeitsplatz. Tageslicht von der Seite, nicht von vorne oder hinten. Keine Blendung auf dem Bildschirm.

Bewegungspausen einplanen

Alle 45-60 Minuten Position wechseln. Sitz-Steh-Wechsel nutzen. Kurze Dehnübungen zwischendurch. Die beste Haltung ist die nächste Haltung.

Dynamischer Bürostuhl aeris Numo Task für aktives Sitzen

Die Lösung

Dynamisches Sitzen: Bewegung trotz Schreibtischarbeit

Dynamische Sitzsysteme wie die von LÖFFLER oder aeris ermöglichen Bewegung während der Arbeit. Die Sitzfläche folgt den natürlichen Körperbewegungen, aktiviert die Rückenmuskulatur und entlastet die Bandscheiben. Das passiert unbewusst - ohne dass die Konzentration leidet.
Studien zeigen: Dynamisches Sitzen reduziert die Druckbelastung der Lendenwirbelsäule messbar. Nutzer berichten von weniger Verspannungen und höherer Konzentrationsfähigkeit am Nachmittag.
Wir führen verschiedene Systeme und beraten Sie, welches zu Ihren Mitarbeitern passt. In unserem Showroom bei Hamburg können Sie alle Varianten direkt ausprobieren.
Arbeitgeber sind gesetzlich verpflichtet, Arbeitsplätze ergonomisch zu gestalten. Die wichtigsten Vorschriften im Überblick: Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV): Regelt die Mindestanforderungen an Arbeitsstätten. Anhang 6 enthält spezifische Vorgaben für Bildschirmarbeitsplätze - von der Beleuchtung über die Reflexionsarmut des Bildschirms bis zur Gestaltung des Arbeitsplatzes. DIN EN ISO 9241: Der internationale Standard für Ergonomie der Mensch-System-Interaktion. Teil 5 behandelt die Arbeitsplatzgestaltung, Teil 303 die Anforderungen an elektronische Bildschirmgeräte. DIN 4543-1: Definiert Mindestflächen für Büroarbeitsplätze. Einzelarbeitsplätze benötigen mindestens 8-10 m², Mehrpersonenbüros 8-10 m² pro Person plus Verkehrsflächen. DGUV Information 215-410: Praxisleitfaden der Berufsgenossenschaften für die Gestaltung von Bildschirm- und Büroarbeitsplätzen. Enthält konkrete Empfehlungen für Möbel, Beleuchtung und Raumklima. Bei Gefährdungsbeurteilungen prüft die Berufsgenossenschaft die Einhaltung dieser Normen. Mängel können zu Auflagen führen. Investitionen in Ergonomie sind also nicht nur gesundheitsfördernd, sondern auch compliance-relevant.

Der Business Case

Ergonomie rechnet sich - meistens schneller als gedacht

Ein Krankheitstag kostet Unternehmen durchschnittlich 300-400 EUR - Lohnfortzahlung plus Produktivitätsverlust. Bei 50 Mitarbeitern und 4 Rücken-Krankheitstagen pro Person sind das über 70.000 EUR jährlich.
Ergonomische Arbeitsplätze können diese Kosten um 20-30% senken. Die Investition in bessere Stühle und Tische amortisiert sich oft innerhalb von 12-24 Monaten. Danach sparen Sie Jahr für Jahr.
Nutzen Sie unseren Rechner unten, um Ihr individuelles Einsparpotenzial zu berechnen. Die Werte sind exemplarisch - Ihre tatsächlichen Ergebnisse können abweichen, aber sie geben eine gute Orientierung.
Mitarbeiter an ergonomisch eingerichtetem Arbeitsplatz mit Tageslicht

Die 5 häufigsten Ergonomie-Fehler in Büros

Monitor zu niedrig

Laptops ohne externen Monitor zwingen zu vorgebeugter Haltung. Die Oberkante sollte auf Augenhöhe sein - nutzen Sie einen Monitorarm oder Laptopständer.

Stuhl falsch eingestellt

Viele nutzen die Werkseinstellung. Sitzhöhe, Rückenlehne, Armlehnen - alles muss an die eigene Körpergröße angepasst werden. Eine kurze Einweisung hilft.

Zu wenig Bewegung

Selbst der beste Stuhl schadet bei stundenlangem Starrsitzen. Regelmäßige Positionswechsel, Sitz-Steh-Wechsel und kurze Pausen sind entscheidend.

Schlechte Beleuchtung

Blendung, Reflexionen, zu wenig Licht - all das belastet die Augen und führt zu Kopfschmerzen. 500 Lux am Arbeitsplatz sind Pflicht, Tageslicht ist ideal.

Falsche Tischhöhe

Zu hohe Tische führen zu hochgezogenen Schultern, zu niedrige zu gebeugter Haltung. Höhenverstellbare Tische lösen das Problem für alle Körpergrößen.

Ergonomie-Rechner: Ihr Einsparpotenzial

Berechnen Sie, wie viel Sie durch ergonomische Arbeitsplätze sparen können. Die Werte sind exemplarisch - Ihre tatsächlichen Einsparungen können abweichen.

Ihre Ausgangssituation

50
4 Tage

Durchschnitt Deutschland: 4-6 Tage/Jahr (Quelle: BAuA)

350 €

Richtwert: 300-400 EUR/Tag (Gehalt + Produktivitätsverlust)

Mit ergonomischen Bürostühlen

Aktuelle Kosten durch Rückenprobleme/Jahr

0 €

Einsparpotenzial bei 20-30% Reduktion

0 € - 0 €

pro Jahr

Amortisation der Investition

ca. 0 Monate

Bei Stuhlpreis von ~800 EUR

Ersparnis pro Mitarbeiter/Jahr

0 €

Diese Berechnung ist exemplarisch und dient zur Orientierung. Tatsächliche Einsparungen hängen von vielen Faktoren ab. Studien zeigen Reduktionen von 15-35% bei Rückenbeschwerden durch ergonomische Arbeitsplätze.

Ergonomie-Bausteine für Ihr Büro

Dynamische Bürostühle

Von LÖFFLER, aeris, Klöber oder Profim - Stühle die Bewegung ermöglichen statt sie zu verhindern

Höhenverstellbare Tische

Elektrisch oder manuell - für den Wechsel zwischen Sitzen und Stehen. Schnelle Höhenverstellung per Knopfdruck.

Monitor-Ergonomie

Richtige Höhe, Abstand und Neigung - oft unterschätzt, aber wichtig. Monitorarme für flexible Positionierung.

Ergonomie-Schulungen

Die beste Ausstattung nützt nichts, wenn sie falsch genutzt wird. Wir schulen Ihre Mitarbeiter vor Ort.

Häufige Fragen zur Ergonomie am Arbeitsplatz

Was kostet ein ergonomischer Arbeitsplatz?

Die Preisspanne ist groß: Ein guter ergonomischer Bürostuhl kostet zwischen 400 und 1.500 EUR, ein höhenverstellbarer Schreibtisch zwischen 600 und 2.000 EUR. Für eine Grundausstattung sollten Sie mit 1.000-2.500 EUR pro Arbeitsplatz rechnen. Bei größeren Stückzahlen gibt es Mengenrabatte. Wichtiger als der Preis ist die richtige Auswahl - nicht jeder Mitarbeiter braucht die teuerste Lösung.

Wie schnell amortisiert sich die Investition?

Bei typischen Ausgangswerten (50 Mitarbeiter, 4 Rücken-Krankheitstage, 350 EUR Tageskosten) und einer angenommenen Reduktion von 20% rechnet sich die Investition in 12-24 Monaten. Die tatsächliche Amortisation hängt von vielen Faktoren ab - nutzen Sie unseren Rechner für eine individuelle Schätzung.

Welche Bürostühle empfehlen Sie für langes Sitzen?

Für konzentrierte Schreibtischarbeit über viele Stunden empfehlen wir dynamische Sitzsysteme wie LÖFFLER mit ERGO-TOP, aeris mit 3D-Technologie oder Klöber Connex2. Alle ermöglichen Mikrobewegungen während der Arbeit. Für Mitarbeiter die häufig aufstehen, reicht oft ein klassischer Ergonomie-Stuhl mit guter Lordosenstütze. Wir beraten Sie gerne zur passenden Lösung.

Braucht jeder Mitarbeiter einen elektrisch höhenverstellbaren Tisch?

Nicht zwingend. Höhenverstellbare Tische sind besonders sinnvoll für Mitarbeiter mit bestehenden Rückenproblemen, für Tätigkeiten mit langen Bildschirmzeiten, und für Teams die Wechselarbeitsplätze nutzen. Für klassische Bürotätigkeiten mit regelmäßigen Meetings und Bewegung kann ein gut eingestellter fester Tisch ausreichen.

Wie überzeugt man die Geschäftsführung von der Investition?

Mit Zahlen. Dokumentieren Sie die aktuellen Krankheitstage durch Rückenbeschwerden, rechnen Sie die Kosten hoch, und zeigen Sie das Einsparpotenzial. Unser Rechner liefert eine erste Orientierung. Bei größeren Projekten erstellen wir Ihnen gerne eine individuelle Wirtschaftlichkeitsberechnung.

Welche DIN-Normen gelten für Bildschirmarbeitsplätze?

Die wichtigsten Normen sind: DIN EN ISO 9241 (Ergonomie der Mensch-System-Interaktion), DIN 4543-1 (Büroarbeitsplätze und Mindestflächen) und die DGUV Information 215-410 (Bildschirm- und Büroarbeitsplätze). Die Arbeitsstättenverordnung mit Anhang 6 enthält zudem verbindliche Mindestanforderungen für Bildschirmarbeitsplätze.

Zahlt die Berufsgenossenschaft für ergonomische Büromöbel?

Direkte Zuschüsse sind selten, aber möglich bei attestierten Gesundheitsproblemen. Die BG kann im Rahmen der Prävention beraten und in Einzelfällen Kosten übernehmen. Wir empfehlen: Mit der zuständigen BG sprechen und auf deren Präventionsangebote achten. Manche BGen fördern auch Ergonomie-Schulungen.

Wie oft sollte man zwischen Sitzen und Stehen wechseln?

Experten empfehlen alle 30-60 Minuten einen Positionswechsel. Die Faustregel: 60% Sitzen, 30% Stehen, 10% Bewegung. Wichtiger als starre Zeiten ist der regelmäßige Wechsel selbst. Elektrisch höhenverstellbare Tische mit Memory-Funktion erleichtern den Wechsel im Arbeitsalltag.

Was ist der Unterschied zwischen Ergonomie-Stühlen und Gaming-Stühlen?

Gaming-Stühle sehen sportlich aus, sind aber oft nicht für 8+ Stunden Büroarbeit konzipiert. Ergonomische Bürostühle von Herstellern wie Klöber, LÖFFLER oder Sedus sind nach DIN-Normen zertifiziert, bieten bessere Lordosenstütze und sind für den Dauergebrauch konstruiert. Zudem ermöglichen sie dynamisches Sitzen statt starrer Haltung.

Bieten Sie Probesitzen oder Teststellungen an?

Ja, in unserem Showroom zwischen Hamburg und Lübeck können Sie verschiedene ergonomische Bürostühle und höhenverstellbare Tische ausprobieren. Für größere Projekte organisieren wir auch Teststellungen bei Ihnen vor Ort. Vereinbaren Sie einen Termin - denn gutes Sitzen muss man erfahren.

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